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Repression bringt wohl was!

#mimimimimimi höre ich immer wieder von Seiten derjenigen, die Verkehrswende wollen, aber dann doch nicht die Eier haben zu sagen: Du Autofahrer, das was du tust, ist nicht gut. Es ist sogar schädlich. Und alle zahlen drauf.
Da ist von Pull und Push die Rede – Pull in den ÖPNV – Push aus dem Auto.
Aber bitte nur mit Samthandschuhen, man will sich nicht in die Nesseln setzen, und wir wollen doch alle Freunde bleiben, oder?!
NEIN.

Ich habe sogar Lust auf Konfrontation! Schluß mit dem weichgespülten „Zähmen“ von Automobilisten!  Schickt euren Blechfetisch aufs Altenteil! Sofort!

Wie komme ich zu solch Aussagen? Nun, bisher stand ich (als Radfahrer) nur recht kurz an einer Einmündung (Schlehenweg/ Düsseldorfer Straße 42327 Wuppertal), weil es eine Ampel gab, deren primärer Daseinszweck es war, auf Rot zu schalten, wenn sich ihr jemand mit über 50 km/h bergab näherte. Bei 70 km/h hat das auch funktioniert, bei 90 km/h schon nicht mehr und es trainierte viele Autofahrende auch einfach mal bei Rot über eine Lichtzeichenanlage zu brettern.

Das war für mich als Wartender an dieser Einmündung recht bequem – die Autos kamen im Pulk und rasend schnell nach dem Grünwerden der vorgelagerten Ampelschaltung den Berg hinabgestürzt und waren recht zackig durch.

Dann hat irgendwer entdeckt, dass es illegal ist, eine solche Lichtzeichenanlage auf Bundesstraßen außerorts zu diesem Zweck so zu schalten – und hurra! es wurde ein Starenkasten montiert. Einer der nur mit Drohne und recht dichtem Vorhangstoff mit Bleischnur physikalisch deaktiviert werden kann.

Dieser Kontrollturm hat nun zur Folge, dass die Autofahrenden schön nacheinander – mit Sicherheitsabstand und maximal 50 km/h sich diesem nähern. Und das dauert.

Sag mir keiner mehr, dass Repression nichts bringt! Die Installation wirkt sich sogar auf den bergauffließenden Verkehr aus – da wird ausgegangen, dass da auch Kontaktschleifen im Asphalt liegen. Was war das eine Freude, im Tunnel schon auf die zweispurig ausgebaute Trasse zu beschleunigen! Der Sound – der Hall im Tunnel – geil! Für balzende Spätpubertanten ein Highlight.

Geschwindigkeitsüberwachung permanent! Schmerzende, einkommensabhängige Bußen! Fahrtenschreiber für jeden Verbrenner! 30km/h für alle und immer!

Automobilismus im Kinderzimmer

spielzeug-tankstelle_shell kind_mit_spielzeugtankstelle spielzeug-tankstelle-shell_rueckwand_duftsprueherWas? Duftsprüher??? Ist jetzt nicht wahr, oder? Wer macht denn sowas? Baaaah –

So ein bisschen eklig finde ich ja Automobilisten schon. Und wer von seinem eigenen Geruch angewidert ist, hilft vielleicht noch mal mit einem Duftbaum nach. Oder dem Duftsprüher an der Tanke.

Bis meine Kinder diese Spielzeugtankstelle von einem Nachbarn geerbt hatten, kannte ich noch nicht das gesamte Dienstleistungssortiment einer Shell-Tankstelle. Ich bin sensibel auf Gerüche, manche machen mich wuschig, andere sogar aggressiv. Aber auf die Idee, mich in eine Blechkapsel zu zwängen, glücklich im Stau zu stehen, und diesen Raum mit Zitrone, Kokos-Vanille, Pfirsichblüte oder Cool+Fresh vorher zugenebelt zu haben…

… aber auch egal, ich rieche als Radfahrer frisch geduschte Menschen nachdem sie die Fahrbahn vor mir überquert haben – und das finde ich gut.

Great job!

politesse_ordnungsamt_schreibt_auto_auf
Parkscheibe vergessen? Länger als 2 Stunden abgestellt?
zugeparkter_gehweg_auto_politesse_aufgeschrieben
Das sind weniger als 80cm Durchgangsbreite
Die Etikett-Aufkleber für die Beschriftung von Spritzen seinen sehr gut für die Selbst-Justiz an falsch parkenden Fahrzeugen geeignet. Einfach mittig auf die Windschutzscheibe kleben und mit einem wasserfesten Stift darauf einen netten Gruß hinterlassen. Das teilte mir eine Krankenschwester mit, die sich über die Parkmoral ihrer Mitbürger aufregte. Denn das Ordnungsamt sei zwar fleißig, aber die 5 bis 10 EUR, die verlangt werden, schnell bezahlt – an so einem Etikett hätte man länger zu knabbern und knibbeln. Außerdem verfüge Sie inzwischen über einen großen Bestand an Fotos von falsch und dreist geparkten Fahrzeugen. Ich entgegnete, dass ich nur einen Fahrrad-Blog hätte, und keine Idee hätte, wie ich die Fotos unter die Leute bringen könnte. Aber den von ihr beanstandeten Zeitungsartikel, den bringe ich gerne.  – Ob Frau Lehmann das immer noch so sieht?

5 Jahre

klebesiegel_der_stadt_wuppertal
Klebesiegel im Wert von 30 Cent

5 Jahre. 5 Jahre! 5 Jahre habe ich gebraucht, um nach der Anschaffung eines Pedelecs meinen Zweitwagen abzustoßen. Es ist schon so, dass ich mutwillig Fahrrad fahre und dass ich, obwohl ich an meinem 18. Geburtstag schon über einen Führerschein verfügte, immer schon ein in Maßen gespaltenes Verhältnis zu vierrädriger Motorisierung hatte. Mit 18 hieß die interne Vorstellung „das Erste – auf mich zugelassene Fahrzeug – hat nur 2 Räder“. Hat auch nur etwa zwei Jahre gehalten, dann habe ich ein Auto von meinem großen Bruder geschenkt bekommen. Damit bin ich dann auch bis zum ersten Mängelbescheid rumgefahren – so etwa ein ½ Jahr. ÖPNV-Nutzung stand irgendwie auch nie so richtig auf meinem Programm, weil zu den Zeiten und auf den Strecken, in und auf denen ich unterwegs sein wollte, einfach nie was fuhr.

Irgendwann mit Mitte 20 wurde mir dann der Trabant angeboten, den ich aus lauter Spott dem Einigungsvertrag gegenüber fuhr.

Dieses Fahrzeug lehrt Demut, Geduld und basale Schrauberkunst. Etwa zeitgleich kam 2008/9 die Feinstaubbekämpfungsmaßnahme in Form von „Umweltzonen“ und die Abwrackprämie. Damals hätte das Fahrzeug eigentlich gegen einen Lada Niva getauscht werden können, wenn dieses Fahrzeug nicht so arg klein wäre. In dessen Kofferraum passen kaum 2 Kästen Bier. Die Probefahrt mit einem Lada Kalina war auch eher ernüchternd.

Es blieb bei Trabanten, der die letzten beiden TÜV-Prüfungen zwar überlebte, aber kaum noch bewegt wurde. Aus Liebhaberei wurden Fixkosten und aus dem Zweitwagen ein Stehrümchen, das – bei Mobile.de angeboten – keine Interessenten mehr fand.

Wenn ich schon – als passionierter Radfahrer – Jahre brauche, mich von einem Auto zu trennen, kann ich nicht von anderen erwarten, dass sie sofort auf das Auto verzichten, sobald viele Wege mit einem Fahrrad (auch und grade mit elektrischer Unterstützung) bewältigt werden können. Das Beharrungsvermögen ist schon enorm. Gilt vermutlich für sämtliche soziale Wandlungsprozesse.

Die neuen Lederjacken

Konformisten-Kutschen schwarze SUVs nebeneinander vor der Ampel
Wer verstopft die Straßen? Der MIV! Hier im schwarzen SUV, der neuen Lederjacke, die Schutz vor dem Draußen bietet.

Früher wurden den Damen die Pelze, die sie trugen zerstört, um damit auf das Leid der Nerze aufmerksam zu machen und um der sozialen Ächtung Ausdruck zu verschaffen.

Warum werden keine Lederjackenträger angegriffen? Weil dafür nicht 50 eigens dafür gezüchtete Niederwildvertreter, sondern „nur“ Schweine oder Rinder sterben?

Oder weil damit gerechnet werden muss, dass so ein Lederjackenträger einem durchaus bei einem Angriff auf die Mappe hauen kann?

Identifikation über's Nummernschild

aggro_audi_nummerschild
Hier ist der Jahrgang des Halters eingeprägt und die Buchstaben die Abkürzung für die Firma über die der Leasingvertrag läuft …
nummerschild_mit_namensinitialen
… gerne verwendet sind auch die Initialen des eigenen Namens, oder andere Werte,
nummernschild_iq
die der Selbstdarstellung dienen

Für €12,80 kann ich mir die Buchstaben und Ziffern auf meinem Nummernschild für mein Auto aussuchen. Dadurch wird dieses Ding ein Teil von mir.

Auch wenn die Fahrzeuge alle uniform aggressiv aussehen, etwas Individuelles an ihnen ist das Nummernschild. Auf diesem wird allerhand codiert: Namensinitialen, Geburtsjahrgänge oder auch irgendein nerdiger Shice, den außer Eingeweihten keiner schnallt.

Die zufälligen Versicherungskennzeichen bei Mofas hingegen steigern nicht die Identifikation mit der Gehhilfe.

Einer meiner Onkel hatte als Gäste-WC-Dekoration alle Nummernschilder von allen Fahrzeugen aufgehoben, die auf ihn angemeldet waren. Das Verhalten muss ich allerdings in Relation zu dem einer meiner Tanten sehen, die sich eine komplette VW-T2-Bus-Schiebetür ins Wohnzimmer gehängt hatte. Das wiederum lag an der Hippie-Urwald-Bemalung, mit der sie ihr Auto 1975 customized hatte. Heute traut sich ja  kaum noch einer einen Aufkleber auf den Lack zu kleben.

Es bleibt: das Nummernschild.

Und ich muss zugeben, das Nummernschild meines ersten Fahrzeugs liegt auch noch irgendwo rum. K-R 611 für eine MZ ETZ 250. Für den Pizzateller bekam ich ohne Aufpreis eine kurze Buchstaben-Kombination.

250 Watt

250 Watt – ein Wasserkocher mit der Leistung bräuchte knapp 30 Minuten um einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen.

250 Watt – wenn ich mich auf einen Hometrainer setze und in die Pedale trete, schaffe ich es 150 Watt zu halten.

250 Watt – die maximale Motorisierung, damit ein Fahrrad noch als Fahrrad gilt.

Es heißt dann nur Pedelec.

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Damit kann ich auch auf der Wülfrather Straße sitzen bleiben…

Und es ist ungemein attraktiv für mich.

Es verändert meine Umgebung – Berge oder Anstiege werden eingeebnet, Strecken verkürzen sich. Und nach fünf Jahren Nutzung hat mir das regelmäßige, mäßige Training zu einer solchen körperlichen Verfassung verholfen, dass ich für die Wülfrather Straße bergauf nicht einmal mehr aus dem Sattel gehen muss.

Denn: ich fahre sehr viel mit meinem Fahrrad. Kinderbringdienste, zur Arbeit, zum Einkaufen, zu Freunden.

In, durch, längs, querbeet Wuppertal.

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Manipulierte Abgaswerte

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Schmutzige Finger gibt das an der Heckklappe des BMWs
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Diese Fassade ist nur sehr aufwändig zu reinigen

Eigentlich versuche ich in diesem Blog keine aktuellen Themen zu kommentieren. Gut – Weihnachten mal …

Aber, ich war grade auf der Motivsuche nach einer Vertiefung des Abgasthemas, und dann stellt jemand lapidar fest „We totally screwed up.“.

Und auf einmal relativiert sich der BMW mit der manipulierten Abgasanlage. Es sind nicht nur die Fahrzeughaltenden, die manipulieren, das Ganze ist systemimmanent. Das ist so ekelhaft. Und wer bremst einen deutschen Konzern ein? Doch nicht etwa der ADAC, der hin und wieder über den zu niedrig ausgewiesenen Verbrauch mosert – nein, es muss jemand tun, der die Macht hat, Milliarden zu fordern und zu bekommen.

Und auf einmal jault sogar die taz auf.

(…) Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung. (Wilhelm II)

Ich bin ein Arschloch – und zwar ein richtiges

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I SUPPORT GLOBAL WARMING
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Me too!

Einsicht ist der erste Schritt zur Veränderung. Oder wie war das? Im Gegensatz zu diesem Aufkleber hat vermutlich der Fahrer den Schriftzug selbst aufgeklebt.

Ein Schenkelklopfer.

Ist es Trotz, ist es Hilflosigkeit? Dass das, was man tut, nicht richtig ist, es einem bewusst ist, man sich selbst aber nicht davon lösen kann und deswegen mit grenzdebilen Aussagen sein Verhalten verteidigt?

Nicht lösen, weil meines Erachtens in dieser Gesellschaft eine große Aussage über den Besitz und die Nutzung von Fahrzeugen getroffen wird. Und seien es dann Schulden auf vier Rädern, die durch die Kaufkrafteinschränkung sämtliche Optionen für eine andere Mobilität raubt. Abhängig- und Hilflosigkeit sehe ich in diesen Aufklebern.

 

eat my dust

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Disney© Cars©®™ Socke Größe 24-28
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Zum Geburtstag ein Fahrrad auf dem T-Shirt

Grade bereite ich den Vortrag für heute vor – und hatte hier angekündigt, dass ich Kinder ‚ins‘ Fahrrad bekomme.

Ist Blödsinn, aber ich habe es geschrieben. So literal wollte in meinem Vortrag dann doch nicht vorgehen – hier also Bilder ‚Outtakes‚ aus meiner Suche nach geeignetem Bildmaterial.

Die Socke „EAT MY DUST“ für Kinder zwischen 3 und 5 stoss mir dabei wieder übel auf. Wer lässt so etwas produzieren?

Es ist der gleiche Geist, der auch so etwas ermöglicht.

Aber für Fahrradfahrer gibt es noch die Steigerung: die Radfahrer-Krawatte …